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Deutschland – das Land der Dichter und … Normen. Das bei uns alles genormt ist, kann zwar nervig sein, bietet aber auch einige Vorteile. Damit dein Text nicht komisch aussieht (wie das Beispiel unten) stelle ich dir ein paar Satzzeichen vor, die ich selber oft benutze und sehr sinnvoll sind.
Das Problem: So sieht ein Satz ohne die richtigen Zeichen aus:
Wenn ich schnell schreibe - egal
ob Ly-
rik oder Prosa – kommt es schon mal vor, dass
Rechtschreib– und Satzzei-
chenfehler auftreten können.
Um
diese auszubessern, stelle ich dir ein paar Tipps vor. Schreibe mir
gerne eine E-
Mail, wenn du u.
a. Fragen hast.
Hier sind die Lösungen für genau diese Probleme:
1. Das geschützte Leerzeichen (DIN 5008 7.2)
[Alt Gr] + [Leertaste]
In unserem Beispiel oben ist das „u. a.“ leider durch den Zeilenumbruch unschön getrennt. Damit dies nicht passiert, kannst du die Tastenkombination eingeben, und ein geschütztes Leerzeichen entsteht. Sollte es nun zu einem Zeilenumbruch kommen, wird die Abkürzung als Ganzes in die nächste Zeile verschoben.
Außerdem kannst du das geschützte Leerzeichen auch in folgenden Situationen nutzen:
- zwischen Namensteilen (Bad Aibling),
- zwischen Zahl und Einheit (3 mm),
- zwischen Wortgruppen (Mazlum Market GmbH),
- vor dem Gedankenstrich,
- und mehr.
In unserem Beispiel also: Schreibe mir gerne eine E- Mail, wenn du u. a. Fragen hast.
2. Der Gedankenstrich (§ 77, DIN 5008 8.2)
[Alt Gr] + [n]
Dem Langstrich bzw. Halbgeviertstrich geht ein Leerzeichen voraus und es folgt nach ihm ein Leerzeichen – empfohlen wird ein vorausgehendes geschütztes Leerzeichen, um Umbrüche zu vermeiden.
Genutzt wird „–“, um einen Sprecherwechsel anzuzeigen und um das Thema zu wechseln. Als überraschende Wendung ist es ebenfalls gut.
Ich nutze ihn sehr gerne und vor allem, um Zusätze oder genauere Erläuterungen in den Satz einzuschieben.
Nach dem „–“ steht ein Komma, wenn es auch ohne Zusatz ein Komma geben muss.
Normalerweise stehen die Gedankenstriche immer paarweise, außer wenn sich der Zusatz am Satzanfang oder ‑ende befindet. Der Gedankenstrich wird, im Gegensatz zum Divis, nicht direkt an ein Wort angefügt.
In unserem Beispiel also: Wenn ich schnell schreibe – egal ob Ly-rik oder Prosa – kommt es …
3. Divis: der harte Trennstrich, Binde‑ und Ergänzungsstrich (§ 81, DIN 5008 6)
[-]
Das Divis wird genutzt, um eine Unterbrechung innerhalb eines Wortes anzuzeigen, vor allem am Zeilenende, um das Wort nach Silben zu trennen.
Ich nutze es gerne als Bindestrich, um lange Wortkombinationen gliedernd zu verbinden, wie bspw. Belletristik‑Lektorat. Damit möchte ich den Wortaufbau und die einzelnen Bestandteile verdeutlichen.
Wie bei „Satzanfang oder ‑ende“ wird das Divis außerdem genutzt, um ausgelassene Wortteile zu ersetzen (Ergänzungsstrich).
Das Aus‑der‑Haut‑Fahren (Beispiel aus der amtlichen Regelung) verdeutlicht, dass Wörter auch durchgekoppelt werden können.
In unserem Beispiel: Rechtschreib‑ und Satzzeichenfehler
4. Der bedingte Trennstrich (DIN 5008 6.1)
[Alt Gr] + [-]
Weniger bekannt, aber extrem wichtig ist der bedingte Trennstrich – man merkt ihn meist nur, wenn er fehlt. Ohne ihn kann es passieren, dass Wörter an unschönen Stellen getrennt werden.
Ein klassisches Beispiel ist „Druckerzeugnis“: Die automatische Trennung könnte es unschön als „Drucker‑zeugnis“ umbrechen. Setzt du jedoch einen bedingten Trennstrich nach dem zweiten „r“ ein (Druckerzeugnis), erlaubst du die Trennung nur an dieser einen Stelle. So verhinderst du fehlerhafte Trennungen, die durch Veränderungen am Text entstehen können.
Du setzt diesen Trennstrich also genau dorthin, wo eine Trennung erwünscht ist. Er bleibt unsichtbar, solange das Wort nicht am Zeilenende steht.
In unserem Beispiel: Satzzeichenfehler (Hier wurde ein bedingter Trennstrich nach „Satz“ gesetzt, damit das Wort im Notfall nur dort und nicht als „Satz‑zeichen“ getrennt wird.)
5. Der geschützte Bindestrich (DIN 5008 6.2, 6.3)
[Alt Gr] + [,]
Der geschützte Bindestrich verhindert, wie auch das geschützte Leerzeichen, eine unschöne Trennung von zusammengehörigen Wortteilen, wie zum Beispiel T‑Shirt, Satzanfang und ‑ende. So wird verhindert, dass es am Zeilenende zu unschönen Trennungen kommt und das Wort zusammenbleibt.
In unserem Beispiel: E‑Mail (Damit wird verhindert, dass das Wort am Zeilenende als „E-“ und „Mail“ getrennt wird)
Fazit: Unser Satz, nur in richtig:
Wenn ich schnell schreibe – egal ob Lyrik oder Prosa – kommt es schon mal vor, dass Rechtschreib‑ und Satzzeichenfehler auftreten können. Um diese auszubessern, stelle ich dir ein paar Tipps vor. Schreibe mir gerne eine E‑Mail, wenn du u. a. Fragen hast.
Tipp:
Du kannst dir für deine Tastatur kostenlos den Treiber E1 herunterladen und so die Tastenkombinationen nutzen: https://www.europatastatur.de/e1
Hinweis: Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern möchte dir einen groben Überblick geben. Detaillierte und weitere Infos findest du bei den Quellen. Einige Beispiele habe ich aus der amtlichen Rechtschreibregelung und der DIN 5008 entnommen.
Quellen:
DIN Deutsches Institut für Normung e.V. (Hrsg.). (2020). Schreib- und Gestaltungsregeln für die Text- und Informationsverarbeitung – DIN 5008 (6. Aufl.). Beuth.
Geschäftsstelle des Rats für deutsche Rechtschreibung (Hrsg.). (2024). Amtliches Regelwerk der deutschen Rechtschreibung. Regeln und Wörterverzeichnis. (1. Aufl.). IDS.
